Sinnvolle Alternative zu herkömmlichen Heizsystemen? Vor- und Nachteile der Infrarotheizung

In einem Zeitalter, in welchem nach energie- und ressourcensparenden, nachhaltigen Alternativen in fast allen Lebensbereichen gesucht wird, ist natürlich auch die Frage nach der besten Art zu heizen relevant. Im Folgenden soll die Infrarotheizung, eine spezielle Form der Elektroheizung, einmal genauer unter die Lupe genommen und die wichtigsten Fragen beantwortet werden: Wie funktioniert eine Infrarotheizung? Wie viel kostet sie in der Anschaffung und Verwendung, gerade im Vergleich mit herkömmlichen Heizsystemen? Für welche Einsatzbereiche ist sie besonders gut geeignet?

Die Funktionsweise der Infrarotheizung

Wie ihr Name schon sagt, arbeitet die Infrarotheizung mit Infrarotstrahlen, worunter elektromagnetische Wellen mit einer Wellenlänge zwischen drei und 50 μm zu verstehen sind. Diese Wellen sind für das menschliche Auge nicht sichtbar, aber vollkommen gefahrlos, sodass auch kein Elektrosmog zu befürchten ist.

Ihre Funktionsweise ist simpel und gut vergleichbar mit der größten und natürlichsten aller Heizungen: Der Sonne. Die Infrarotheizung strahlt Flächen und Gegenstände an, die dadurch angewärmt werden und diese Wärme an die über sie streichende Luft abgeben. Damit unterscheidet sich die Infrarotheizung deutlich von typischen Öl- oder Gasheizungen, die alle direkt die Luft erwärmen. Und gerade diese Strahlungswärme wird, weil sie eben an die Sonneneinstrahlung erinnert, als besonders angenehm empfunden. Die Regulierung geht durch ein Funkthermostat vonstatten, welches aus einem Sender sowie einem Empfänger, der zwischen Steckdose und Heizung angebracht wird, besteht.

Anschaffungs- und Langzeitkosten der Infrarotheizung

Infrarotheizungen für ein ganzes Haus kosten in der Anschaffung grob etwa 3.000 bis 4.500 Euro und sind damit günstiger als die meisten anderen Heizsysteme, die für ein durchschnittliches Einfamilienhaus auch schon einmal 20.000 Euro kosten können. Hierbei wird davon ausgegangen, dass in jeden Raum ein oder mehrere Infrarotheizkörper angebracht werden, die aber je nach Größe und Form im Preis stark variieren und zwischen 100 und 800 Euro liegen können.

Neben diesen Vorteilen hat auch eine Infrarotheizung Nachteile: Im Gegensatz zu den meisten anderen Heizungen wird sie mit Strom betrieben und genau deshalb steht sie in der Kritik, im Hinblick auf die laufenden Kosten teuer und nicht umweltfreundlich zu sein. Wie hoch der Energieverbrauch und damit die Kosten aber tatsächlich sind, ist pauschal jedoch nicht zu bestimmen, denn das kommt stets auf die individuelle Situation, vor allem auf die Anzahl der zu beheizenden Quadratmeter, an. Besonders wichtig ist außerdem die Dämmung des Hauses, denn während eine Infrarotheizung bei einem schlecht gedämmten Altbau sehr hohe Heizleistungen erbringen muss und grob gesagt etwa vier Mal so hohe Heizkosten verursacht wie eine Gasheizung, kann sie sich in einem neuen, in Passivhausbauweise gebauten Haus durchaus lohnen. Eine ausführliche Auflistung von deutschlandweiten Händlern, die preislich auf die individuelle Situation bezogen Auskunft geben und auf den einzelnen Kunden abgestimmte Angebote erstellen können, gibt es bei infrarotheizung-vergleich.de.

Was Kostenfaktor und Ökobilanz stark verbessern kann, ist eine Photovoltaikanlage auf dem Dach, mit der die Heizung betrieben wird. Wer so eine Anlage auf dem Dach hat oder eine solche beim Hausbau plant, sollte eine Kombination aus Solaranlage und Infrarotheizung in Betracht ziehen und hier genauere Kalkulationen vornehmen.

Partykeller, Ferienhaus oder Gästezimmer: Die Infrarotheizung in ausgewählten Räumlichkeiten nutzen

Eine Infrarotheizung muss nicht zwingend das einzige Heizsystem im Haus sein, sie kann auch mit anderen Heizarten kombiniert und nur in einzelnen Räumen verwendet werden. Sie eignet sich überall dort, wo nicht regelmäßig, sondern nur hin und wieder geheizt wird, zum Beispiel im Partykeller, im Ferienhaus, im Gästezimmer oder auch im Badezimmer. Da sich die Heizdauer in Grenzen hält, kommt hier der größte Nachteil der Infrarotheizung – der hohe Stromverbrauch – nicht zum Tragen. Zudem heizt sie den Raum sehr schnell auf, ist flexibel und leicht zu installieren und in den verschiedensten Ausführungen von der Decken- über die Wand- oder Fußbodenheizung bis hin zum Dekorationsobjekt erhältlich.

Bild: Bigstockphoto.com / AlexLMX

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