Richtig heizen im Winter: So können Sie Heizkosten sparen

Die kalte Jahreszeit hat begonnen und somit auch die Heizsaison. Man muss sich entscheiden: Entweder zittert man aufgrund von fehlender Wärme oder man akzeptiert eine höhere Strom- oder Gasrechnung. Letztere lassen sich glücklicherweise auch in unseren Breitengraden beeinflussen und kann, bei Beachtung einfacher Tricks und Kniffe auch gleichzeitig zu einer besseren Ökobilanz führen. Lesen Sie jetzt, wie sich ganz einfach Heizkosten sparen lassen.

1) Raumtemperatur

Natürlich hat jeder Mensch ein etwas anderes Wärme- beziehungsweise Kälteempfinden, doch im Allgemeinen lässt sich sagen, dass die durchschnittliche Wohlfühltemperatur in Wohnräumenzwischen 18 und 22 Grad Celsius liegt. Je nach Wohnraum sind verschiedene Faktoren zu beachten. In der Küche empfiehlt sich eine Temperatur von 18 Grad, das Gleiche gilt für das Schlafzimmer. Der Wohnraum und das Bad sollten eine Temperatur von ungefähr 20 bis 22 Grad haben. Gerade im Bad sollte man darauf achten, die genannte Temperatur einzuhalten, um das Schimmelrisiko zu minimieren.

Tipp: Es lohnt sich tatsächlich, die Temperatur genau zu überprüfen. Reduzierung der Wärme um ein Grad kann bis zu 6% der Energie einsparen.

2) Stetiges Heizen

Grundsätzlich lohnt es sich natürlich, in der Nacht oder bei längerer Abwesenheit, Heizkörper niedriger einzustellen und somit unnötige Kosten zu vermeiden. Jedoch sollte darauf geachtet werden, dass die Räume nicht zu sehr auskühlen, denn ansonsten führt das Wiederaufheizen zu einem unnötig hohen Energiebedarf. Es gilt: In der Nacht oder im Alltag auch tagsüber, sollte die Raumtemperatur nicht mehr als um vier oder fünf Grad gesenkt werden. Es lohnt sich jedoch, schon ein oder zwei Stunden vor dem Schlafengehen die Heizung herunterzudrehen, da es einen Augenblick dauern kann, bis sich dieses im Raum bemerkbar macht. So können bis zu 30% der Heizkosten gespart werden. Ein weiterer Faktor, der gegen erhebliches Abkühlen der Räume spricht, ist die Außenwandbeschaffenheit. Wenn die Außenwände  kalt werden, führt es zu einem unbehaglich feuchtem Gefühl im Raum und folglich oft zu erhöhtem Wiederaufheizen. Darüber hinaus kann Schimmelbildung begünstigt werden.

3) Position der Heizkörper

Jeder Heizkörper sollte frei von Gegenständen oder Dekoartikeln liegen. Selbst leichtere Dinge wie beispielsweise Kleidungsstücke oder Vorhänge beeinträchtigen die ganzräumliche Zirkulation der warmen Luft und sollten somit nicht in unmittelbarer Nähe des Heizkörpers platziert sein.

4) Frischluft

Selbstverständlich sollte auch im Winter regelmäßig gelüftet werden, damit genug frischer Sauerstoff innerhalb der Räume zur Verfügung steht, jedoch auch um die Luftfeuchtigkeit zu reduzieren. Um Energiekosten gering zu halten und trotzdem frische Luft genießen zu können, bietet es sich an, zwei- bis viermal am Tag den Wohnraum mit sperrangelweit geöffneten Fenstern durchzulüften. Diese sollten zwischen fünf und zehn Minuten offen bleiben, sodass ein ganzheitlicher Luftaustausch gewährleistet ist. Währenddessen darf die Heizung ruhig ausgeschaltet werden.

5) Türen geschlossen halten

Kleinere Räume heizen sich schneller auf als größere Wohnflächen. So kann es einen erheblichen Effekt haben, wenn Zwischentüren geschlossen werden. Desweiteren lohnt es sich vor allem in Altbauwohnungen/-häusern, Ritzen und Öffnungen luftdicht zu verschließen, sodass die Wärme erhalten bleibt. Auch eine effektive Fensterversiegelung ist unabdingbar.

Tipp: Selbst Vorhänge haben hier schon einen ausschlaggebenden Effekt, da diese die Wärme im Raum halten und somit rund 10% des Energieverbrauches eingespart werden können. Es gilt jedoch zu beachten, dass wenn die Türen wieder geöffnet werden, zwar ein Luftaustausch beginnt, der den warmen Raum abkühlt und Visa Versa, dabei jedoch keine Frischluft in die Räume gelangt. Es reicht somit nicht aus, lediglich die Türen zu öffnen, sondern nichtsdestotrotz ist es notwendig, Fenster wie oben beschrieben ab und an zu öffnen.

6) Regelmäßige Wartung

Eine professionelle Wartung der Heizungsanlage ist ausschlaggebend, um Energie zu sparen. Rußablagerungen oder ein falsch eingestellter Brennkessel können dazu führen, dass bis zu 10% mehr Energie als nötig verbraucht wird. Ein veralteter Heizkessler braucht im Vergleich zu neueren Modellen teilweise mehr als 40% der notwendigen Energie und führt zu zwangsläufig unnötig hohen Kosten. Tipp: Wenn die Heizung gluckert, steht in den meisten Fällen eine Entlüftung an. Wer keine zwei linken Hände bezüglich handwerklicher Arbeit hat, kann dieses auch gut selbst erledigen. Anleitungen lassen sich einfach im Internet finden.

Fazit

Es lohnt sich des Geldbeutels, aber auch der Umwelt zuliebe, die genannten Tricks und Kniffe gewissenhaft anzuwenden. Niemand sollte in den eigenen vier Wänden frieren müssen, doch spricht nichts dagegen, sich im Winter gemütliche Kuschelsocken anzuziehen und auch der Pullover kann gut und gern innerhalb der Wohnung getragen werden. Lohnenswert ist es zudem, einen Strompreisvergleich und Gasvergleich durchzuführen, um den individuell passenden Anbieter zu finden und jährlich bis zu mehrere Hundert Euro an Heizkosten einzusparen. Wird all dies beachtet, steht einer sinnlichen und warmen Winterzeit in den eigenen vier Wänden nichts mehr im Wege.

Bild: Bigstockphoto.com / aucklander

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