Sonnenschutz für Garten und Terrasse: Markisen, Sonnensegel und Schirme
Wenn die Terrasse mittags zu heiß wird oder der Schatten am Nachmittag vom Sitzplatz wandert, hängt die passende Lösung davon ab, wo und wann Sie Schatten brauchen. Am Haus beschattet eine Markise meist eine feste Fläche, während ein Sonnensegel größere oder ungewöhnlich geformte Bereiche abdeckt. Einen Sonnenschirm können Sie leichter versetzen oder neigen.
Beobachten Sie, wann die Sonne auf Tisch, Liege oder Spielbereich fällt. Wählen Sie danach Größe und Befestigung. Schatten sorgt für angenehmere Temperaturen, schützt aber nicht vollständig vor UV-Strahlung.
Markise, Sonnensegel oder Schirm?
Markisen, Sonnensegel und Schirme eignen sich für unterschiedliche Sitzplätze. Die Übersicht zeigt, welche Lösung zu Ihrem Platz passt:
| Lösung | Passt gut, wenn … | Das sollten Sie einplanen |
|---|---|---|
| Markise | die Terrasse direkt am Haus liegt und regelmäßig derselbe Bereich Schatten braucht | Wand und Befestigung müssen zur Anlage passen. Bei Wind gilt die Vorgabe des Herstellers. |
| Sonnensegel | eine größere oder ungewöhnlich geformte Fläche beschattet werden soll | Sie brauchen tragfähige Befestigungspunkte. Position und Neigung lassen sich weniger spontan ändern als bei einem Schirm. |
| Sonnenschirm | der Schatten mit dem Sonnenstand wandern soll oder Sie flexibel bleiben möchten | Der Ständer braucht Platz und muss zum Schirm passen. Bei Wind schließen und sichern Sie den Schirm nach den Nutzungshinweisen. |
Ein Mittelstockschirm hat seinen Mast in der Mitte der beschatteten Fläche. Bei einem Ampelschirm hängt das Tuch seitlich an einem Träger, sodass unter dem Schirm kein zentraler Mast steht. Ampelschirme sind dafür schwerer und brauchen einen stabilen Stand. Ein neigbarer Schirm hilft, wenn die Sonne am Morgen oder späten Nachmittag tief steht.
Schattenfläche richtig planen
Messen Sie die Terrasse und den Bereich, den Sie tatsächlich beschatten möchten. Beobachten Sie den Sonnenlauf zu den Zeiten, in denen Sie draußen sitzen. Ein Schirm kann mittags gut über dem Tisch stehen und später Schatten auf die freie Fläche statt auf die Sitzplätze werfen.
Als Orientierung nennt die Stiftung Warentest einen Überstand von etwa 50 Zentimetern über den gewünschten Schattenbereich an jeder Seite. Für einen Esstisch mit vier bis sechs Personen kann ein Schirm mit rund drei Metern Durchmesser passen. Größere Loungegruppen benötigen eher vier Meter. Das sind Richtwerte: Ausrichtung, Schirmform und Sonnenstand verändern die tatsächliche Schattenfläche.
Prüfen Sie bei einem großen Ampelschirm auch die Angaben zum Ständer. Für Schirme mit etwa drei Metern Durchmesser geben Anbieter teils ein Ständergewicht von bis zu 200 Kilogramm an. Das ist keine allgemeine Vorschrift. Orientieren Sie sich an der Empfehlung für das konkrete Modell und den vorgesehenen Standort.
Bei einer Markise oder einem Sonnensegel zählt neben der Fläche die Befestigung. Die Anlage muss zum Untergrund passen. Auch Wand und Montage müssen dafür geeignet sein. Wenn Sie zur Miete wohnen, fragen Sie die Vermieterseite vor einer festen Montage an Fassade oder Außenwand um Erlaubnis. Lassen Sie bauliche oder rechtliche Fragen für Ihren konkreten Fall fachkundig prüfen.
Beschattung bei Wind und Regen
Wind belastet das Tuch und beansprucht Gestänge sowie Befestigung. Schließen Sie einen Schirm bei aufkommendem Wind und sichern Sie ihn so, wie es die Bedienungsanleitung vorgibt. Bei einem Sonnensegel hängen die passenden Maßnahmen von seiner Bauart und Verankerung ab. Eine Markise fahren Sie nach den Grenzen ein, die der Hersteller für das Modell nennt.
Eine pauschale Windgeschwindigkeit gilt nicht für alle Markisen, Segel oder Schirme. Auch die Montage und der Untergrund beeinflussen, wie belastbar eine Anlage ist. Die Norm DIN EN 13561 legt Leistungs- und Sicherheitsanforderungen für Markisen fest. Sie nennt keine allgemeine Windgrenze, die für jede montierte Markise gilt. Prüfen Sie daher die Produktunterlagen und halten Sie die dort genannten Nutzungshinweise ein.
Regenfestigkeit bedeutet ebenfalls nicht automatisch, dass eine Anlage bei Starkregen oder dauerhaftem Regen draußen bleiben kann. Beachten Sie, ob der Hersteller den Betrieb bei Regen erlaubt und welche Maßnahmen bei schlechtem Wetter vorgesehen sind. Bei angekündigtem Unwetter sollten Sie Schirm, Segel und Markise nach den jeweiligen Hinweisen schließen, einfahren, absenken oder abnehmen.
Schatten ersetzt keinen UV-Schutz
Ein schattiger Platz reduziert die UV-Belastung, hält sie aber nicht vollständig ab. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen nennt für Schatten allgemein eine Verringerung der UV-Strahlung um etwa 50 bis 95 Prozent. Die Spanne gilt allgemein für Schatten. Sie sagt nicht aus, wie gut ein bestimmtes Gartenprodukt vor UV-Strahlung schützt.
Die Schutzwirkung eines Schirms oder Segels ist direkt unter dem Tuch am größten und nimmt zu den Rändern hin ab. Auch gestreute UV-Strahlung aus dem sichtbaren Himmelsbereich erreicht den Schattenplatz. Größe und Neigung des Tuchs beeinflussen daher, wie gut der gewünschte Bereich geschützt ist. Achten Sie bei Textilien auf konkrete UV-Schutzangaben und Prüfsiegel wie den UV-Standard 801. Eine allgemeine Aussage wie „UV-Schutz“ lässt sich nicht mit einem ausgewiesenen Prüfwert gleichsetzen.
Ergänzen Sie den Schatten bei starker Sonne durch bedeckende Kleidung, Kopfbedeckung, Sonnenbrille und Sonnenschutzmittel für unbedeckte Haut. Das IQWiG empfiehlt außerdem, intensive Sonne besonders zwischen 11 und 15 Uhr zu meiden.
Stoff und Pflege auswählen
Prüfen Sie beim Kauf, wie Sie das Tuch reinigen und ob der Hersteller eine Schutzhülle oder eine Kassette zum Schutz des Tuchs vorsieht. Helle Schirmstoffe reflektieren Sonnenlicht. Dunkle Stoffe können mit der Zeit ausbleichen, lassen Schmutz aber weniger auffallen. Farbe allein sagt nichts Verlässliches über den UV-Schutz aus.
Schließen Sie den Sonnenschirm erst, wenn der Bezug vollständig trocken ist. So beugen Sie Schimmel vor. Eine Schutzhülle hält Schmutz ab und verlangsamt das Ausbleichen. Bei einer Markise entfernen Sie losen Schmutz vorsichtig mit einer trockenen Bürste. Hochdruckreiniger und Dampfstrahler können das Tuch beschädigen. Wenn Sie die Markise nass einfahren, lassen Sie den Stoff möglichst bald trocknen.
Auch beim Sonnensegel richten sich Reinigung und Einlagerung nach den Herstellerangaben. Nehmen Sie es vor dem Winter oder bei längerem Nichtgebrauch ab, wenn die Bedienungsanleitung das empfiehlt.
