HPL-Platten: Eigenschaften, Vorteile und Einsatzbereiche

HPL-Platten (High Pressure Laminate, Hochdruck-Schichtstoff) entstehen, wenn mehrere kunstharzgetränkte Papierschichten unter Druck und Wärme verpresst werden. Der dichte, dekorative Werkstoff eignet sich für Innen- und Außenbereiche.

Bei Küchenarbeitsplatten, Wandverkleidungen und Fassaden unterscheidet sich der Aufbau einer HPL-Oberfläche auf einer Trägerplatte, zum Beispiel einer Platte aus Holzwerkstoff, von dem einer selbsttragenden Kompaktplatte. Für den Außenbereich braucht das Produkt außerdem einen passenden UV-Schutz.

So entsteht eine HPL-Platte

Der Kern besteht aus mehreren, meist mit Phenolharz getränkten Papierschichten; die sichtbare Dekorschicht besteht in der Regel aus Papier mit Melaminharz. Wärme und hoher Druck verbinden die Schichten zu einem harten, kompakten Werkstoff. Die Produktnorm DIN EN 438 legt fest, welche Anforderungen HPL-Schichtstoffe erfüllen müssen.

HPL gibt es in zwei wichtigen Bauarten. Bei einer Kompaktplatte bilden die verpressten Schichten selbst die Platte. Sie braucht keinen zusätzlichen Träger. Bei einer HPL-beschichteten Trägerplatte liegt eine dünne HPL-Oberfläche zum Beispiel auf einer Holzwerkstoffplatte. Das Material darunter beeinflusst Eigenschaften wie Feuchtebeständigkeit und Stabilität. Prüfen Sie deshalb vor dem Kauf, welche Bauart für Ihre Arbeitsplatte oder Außenverkleidung vorgesehen ist.

Welche Eigenschaften HPL bietet

Die dichte Oberfläche lässt sich leicht reinigen und hält dem täglichen Gebrauch stand. Je nach Produkt widerstehen HPL-Platten Stößen, Verformung, Wasser, Wasserdampf, Frost oder Hitze. Darum eignen sie sich für stark genutzte Flächen. Wie widerstandsfähig eine Platte ist, hängt von ihrer Dicke, ihrem Aufbau, ihrer Oberfläche und ihrem vorgesehenen Einsatz ab.

HPL gibt es in vielen Dekoren und Oberflächen, die verschiedene Farben und Materialien nachbilden. Die Oberfläche ist robust, aber nicht kratzfest. Sand, scharfkantige Gegenstände und das Ziehen einer Platte über eine andere können Kratzer hinterlassen. Legen Sie Platten beim Transport deshalb nicht übereinander und schieben Sie sie nicht über den Boden.

Bei Reinigungsmitteln gilt: Für normale Verschmutzungen reichen warmes Wasser und ein weiches Tuch. Scheuermittel sowie starke Säuren oder Laugen können die Oberfläche angreifen. Prüfen Sie bei hartnäckigen Flecken die Pflegehinweise des Herstellers, bevor Sie ein stärkeres Mittel verwenden.

HPL-Platten im Innenbereich

Im Innenbereich dient HPL als Wandverkleidung und kommt auch an Türen und Abtrennungen sowie bei Möbeln zum Einsatz. Als dekorative Oberfläche auf einer Trägerplatte findet es sich auch bei Küchenarbeitsplatten, Büro- und Ladenmöbeln. Eine HPL-Kompaktplatte eignet sich dagegen für Anwendungen, bei denen die Platte selbsttragend sein soll.

Wählen Sie die Platte nach Aufbau und Beanspruchung aus. Bei einer Arbeitsplatte kommt es neben der Oberfläche auch auf die Ausführung von Kanten, Ausschnitten und Anschlüssen an. Die HPL-Schicht schützt nicht automatisch den Träger an offenen Stellen. Beachten Sie deshalb die Verarbeitungshinweise und schützen Sie empfindliche Schnittkanten passend zum Produkt.

Außenbereich und UV-Schutz

Für Fassaden, Balkonverkleidungen, Dachunterschläge, Giebel, Attiken (erhöhte Dachränder) sowie Sicht- und Wetterschutz gibt es HPL-Platten für den Außenbereich. Sie halten Regen, Frost und wechselnde Temperaturen aus. Achten Sie auf die konkrete Ausführung: Manche Platten haben zusätzlichen UV-Schutz. Andere sind laut Hersteller vor allem für Innenräume oder geschützte Bereiche gedacht. Ohne passende Eignung für den Außenbereich können Licht und Witterung die Farbe verändern.

Prüfen Sie vor dem Kauf, wofür der Hersteller die Platte freigibt und wie sie montiert werden muss. Für Fassaden und Balkonverkleidungen gelten außerdem baurechtliche Anforderungen. Wie sich die Platte bei einem Brand verhält und welcher Brandklasse sie entspricht, hängt vom Produkt ab. Übernehmen Sie deshalb keine Brandangabe von einer anderen HPL-Platte.

HPL-Platten auswählen und montieren

In den Produktdaten und Einbauhinweisen steht, ob eine Platte für den geplanten Einsatz geeignet ist. Prüfen Sie vor der Bestellung besonders:

  • ob die Platte für Innen- oder Außenbereiche freigegeben ist und welchen UV-Schutz sie besitzt
  • ob Sie eine Kompaktplatte oder eine beschichtete Trägerplatte benötigen
  • welche Angaben der Hersteller zu Brandverhalten, Befestigung und Reinigung macht
  • welche Plattenstärke und Abmessungen für den Einbau passen

HPL verändert seine Maße, wenn sich Temperatur und Luftfeuchtigkeit ändern. Lassen Sie bei der Montage deshalb genug Platz, damit sich die Platte ausdehnen und zusammenziehen kann. Die nötige Fugenbreite und die Abstände zwischen den Befestigungen hängen vom Produkt und Montagesystem ab. Ein Hersteller nennt für sein System beispielsweise eine Mindestfuge von 10 Millimetern. Dieser Wert gilt nicht für alle HPL-Platten. Folgen Sie der Anleitung des jeweiligen Herstellers.

Lagern Sie die Platten trocken und geschützt auf einer ebenen, waagerechten Fläche. Heben Sie sie an, statt sie über eine andere Platte zu ziehen. So vermeiden Sie Kratzer und verringern das Risiko, dass sich die Platten verformen.

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